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40 Jahre Im Stapler-business: Fragerunde Mit David Rowell

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1David250David Rowell spricht nach seinem Rückzug aus seiner letzten Position als Senior Product Marketing Manager für Hyster UK Anfang dieses Jahres über einige der Entwicklungen, die er in seinen 44 Jahren in der Flurförderzeugbranche beobachten konnte, und über seine Zukunftsprognosen.

F: Wie war die Lage in der Branche, als Sie bei Hyster anfingen?

A: Das war 1972, und ich war erstaunt, dass ein multinationales Unternehmen in amerikanischer Hand nur 15 km von meinem Wohnort in Schottland Stapler fertigte. Ich begann als Junior Sales Coordinator und betreute Händler von Kanada bis Südafrika. In den 1970ern führten wir eine neue Elektrostaplerreihe ein. Das war der Startschuss für meine spannende Laufbahn von mehr als 40 Jahren. Wenn Sie mir das damals vorausgesagt hätten, hätte ich Sie für verrückt erklärt. Aber ich blieb bei Hyster, weil es ein visionärer Arbeitgeber war. Das Unternehmen entwickelte interessante neue Produkte für Kunden in industriellen Schwerlastanwendungen.

Es bildeten sich Massenmärkte für die Branche heraus. Hyster meisterte diese Herausforderung. Das Designkonzept entwickelte sich weiter, um hochwertige Stapler zu attraktiven Preisen anbieten zu können. Das war die Grundlage der Hyster® XL-Serie und der Elektrostaplerreihe. 

F: Welche entscheidenden Innovationen brachte die Aufnahme des Fertigungsbetriebs im britischen Craigavon mit sich?

A: Wir hatten das Designkonzept und auch die Fertigungs- und Vertriebsverfahren geändert. Als 1981 der Betrieb im nordirischen Craigavon aufgenommen wurde, fertigten wir zunächst Stapler mit Verbrennungsmotor (ICE). Das erste Produkt dieses Standorts war der bekannte Hyster® H40-60 XL-Stapler (Tragfähigkeit von 2 – 3 Tonnen). 

Das Modell war damals besonders in Produktion und Vertrieb von Getränken und Lebensmitteln beliebt. Der Stapler setzte in Qualität, Robustheit und Funktionalität neue Maßstäbe. und wurde schnell zu einem beliebten Exportprodukt. In den ersten 20 Monaten wurden rund 3.000 H40-60 XL-Stapler produziert. 

Damit wurde die „XL“-Ära eingeläutet, und bald liefen in diesem Werk weitere Hyster Modelle vom Band, die optional mit Bandagen- oder Superelastikreifen sowie serienmäßig mit Servolenkung und Vollautomatikgetriebe ausgestattet waren. Die Bedienerfreundlichkeit, besonders für unerfahrene Mitarbeiter, war ein wichtiges Kriterium bei der Konstruktion.

2009 erfuhr das Werk in Craigavon eine weitreichende Umgestaltung, um neben Staplern mit Verbrennungsmotor auch solche mit Elektroantrieb produzieren zu können. Heute rollen in Craigavon im Segment Gegengewichtsstapler mit 2,5 Tonnen Tragfähigkeit mehr als zwölf verschiedene Hyster® Modelle vom Band.  

F: Wie hat sich der Markt für Elektrostapler in den vergangenen 40 Jahren verändert?

A: Die erste Elektrostaplerreihe von Hyster® kam in den 1970ern auf den Markt. Darauf folgten im Laufe der Zeit zahlreiche Neuentwicklungen, darunter in den 1980er Jahren die XL-Elektrostaplerreihe. 

Die wichtigste Änderung dürfte die Einführung der Elektrostaplerserien XN und XNT im Jahr 2008 gewesen sein. Auch bei diesen Staplern setzten wir weiterhin auf unsere strategischen Säulen Modulbauweise und Innovation. So profitieren Kunden von außergewöhnlicher Leistungsfähigkeit und deutlich niedrigeren Betriebskosten. Zudem untermauerte Hyster mit diesen Staplern seine Position als Anbieter erstklassiger, emissionsfreier Stapler mit reduziertem Energieverbrauch, geringem Wartungsbedarf und niedrigen Betriebskosten. 

Heute fertigt Hyster® ein breites Spektrum an Elektrostaplern, von leistungsstarken, robusten Modellen mit hohen Tragfähigkeiten bis zu kompakten 3-Rad-Staplern mit den besten Energieeffizienzwerten ihrer Klasse. 

F: Würden Sie sagen, dass die Branche heute weniger produktfixiert ist? Wie kam es zu dieser Entwicklung?

A: In den 1990er Jahren verlagerte Hyster® den Schwerpunkt beim Staplerdesign auf die Bedienerfreundlichkeit. Da sich der Bedienerkomfort auf Produktivität, Effizienz und Arbeitseinstellung auswirkt, rückte das ergonomische Design in den Vordergrund. Mit dem XM hat Hyster neue Maßstäbe bei der Ergonomie gesetzt. Wichtige Designmerkmale waren der verbesserte Sitz, der reduzierte Geräuschpegel und die ergonomisch designten Bedienelemente. 

Das war der Beginn unseres lösungsbasierten Ansatzes, bei dem es um Lösungen für die tatsächlichen Kundenerfordernisse und nicht bloß um das Produkt geht. 

F: Wo haben sich die Marktschwerpunkte noch verlagert? 

A: Angesichts strengerer Emissionsauflagen und der höheren Bedeutung des Umweltschutzes sind in den letzten Jahren Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und niedrigere Emissionen in der gesamten Branche wichtiger geworden. Mit dem Design des XM haben wir diesen Aspekten in den 1990er Jahren Rechnung getragen. Dieser Stapler bot mit dem Perkins-Dieselmotor eine höhere Leistung bei niedrigerem Kraftstoffverbrauch und höherer Effizienz. Dadurch sanken außerdem die Betriebskosten. 

F: Welche Änderungen hat das neue Jahrtausend für die Branche mit sich gebracht? 

A: Im neuen Jahrtausend begann Hyster, enger mit den Händlern zusammenzuarbeiten, um Kunden mit anwendungsspezifischen Lösungen mehr Optionen zu bieten. Das modulare Produktdesign hat die Fertigung ohne Abstriche bei der Qualität beschleunigt und erlaubt zugleich unterschiedliche Konfigurationen. So standen Kunden noch mehr Optionen für ihre besonderen Erfordernisse zur Auswahl.

2005 ging die Hyster® Fortens® FT-Serie an den Produktionsstart. Sie ist mit dem breiten Spektrum an Optionen für die Kunden seit einem Jahrzehnt unsere Premium-Marke. Diese ICE-Staplerreihe wird am Standort Craigavon für Kunden in Europa gefertigt und bietet ein breites Spektrum an Optionen für unterschiedlichste Anwendungen, vom kompakten H1.6-2.0FTS bis zum H4.0-5.5FT.  

Die Fortens® Produktreihe lässt sich zudem umfassend anpassen. So sind Sonderkonfigurationen für spezielle Einsatzzwecke wie etwa die Verwendung von Anbaugeräten für die Papier-, Fertigungs-, Recycling-, Getränke-, Metall- und Bauindustrie verfügbar.

F: Wie würden Sie die Hauptschwerpunkte von Hyster auf dem aktuellen Markt beschreiben?

A: Eine der wichtigsten Veränderungen ist meiner Ansicht nach die zentrale Bedeutung des Anwendungsbereichs. Wir wissen aus Erfahrung, wie stark sich die Wahl des passenden Staplers in Betrieben auf den Gesamterfolg und die Gesamtkosten auswirkt.  

Kunden wählen das Produkt nach der Art des Staplereinsatzes und der Anwendung selbst aus. Deshalb bietet Hyster anwendungsspezifische, maßgeschneiderte Lösungen an. So lassen sich die besonderen Erfordernisse des täglichen Betriebs erfüllen und zugleich alle betrieblichen Aspekte wie Kosten, Kraftstoffeffizienz, niedrige Emissionen und Produktivität im Zeitverlauf berücksichtigen. Im Zentrum steht alles, was sich für den einzelnen Kunden tun lässt. 

Eines der letzten Projekte von Hyster, an dem ich beteiligt war, war die Markteinführung des neuen Hyster® XT-Staplers im Jahr 2016. Der XT ist ein neues kostengünstiges Produkt, das neue Maßstäbe setzt. Auch dieser Stapler ist mit den besten Merkmalen seiner Klasse ausgestattet, von denen einige der Fortens® Produktreihe entsprechen. Dazu zählen bewährte Motoren und Getriebe mit einer Leistung, die den Anforderungen der meisten Benutzer für ihre Anwendungen entspricht.

Hyster® produziert Stapler für die unterschiedlichsten Anwendungen, vom Dauereinsatz unter Höchstlast bis zur täglichen Standardnutzung. Dabei können die Stapler äußerlich sehr ähnlich sein – was zählt, ist das Innenleben.  Für das Produktangebot von Hyster® ist die kontinuierliche Entwicklung zentral. Das Unternehmen baut das bereits breite Produktspektrum weiter aus, und ich bin neugierig, wohin die Entwicklung geht. 

F: Gibt es etwas, das Sie zum Abschluss sagen möchten?

A: Mit haben meine 44 Jahre in der Branche sehr viel Spaß gemacht, und es war großartig, bei Hyster zu arbeiten – einem Unternehmen, das bis auf den heutigen Tag wirklich mit den Kunden zusammenarbeitet.

Über David Rowell

David Rowell kam im Oktober 1972 zu Hyster und war 44 Jahre für das Unternehmen tätig. Er bekleidete Positionen in Produktvertrieb und Marketing und Operations und war Sales und Distribution Manager. Daneben war David Rowell vier Jahre lang Präsident der British Industrial Truck Association (BITA), in deren Rahmen er die Branche in den vergangenen 20 Jahren aktiv mitgestaltete. 

Als Anerkennung für seine mehr als 40-jährige Laufbahn bei Hyster wurde er im März 2017 bei den FLTA (Fork Lift Truck Association) Awards 2017 für sein Lebenswerk ausgezeichnet.